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Wenn man einen Baum fällen möchte, ist der opti­male Zeit­punkt während der Veg­e­ta­tion­sruhe im Win­ter. Hier sind die Ein­wirkun­gen auf umgebende Flo­ra, Fau­na und den Boden am ger­ing­sten und die rechtlichen Bedin­gun­gen für eine Fäl­lung am ehesten gegeben. Außer­dem erle­ichtern unbe­laubte Baumkro­nen bei Laub­holz und der im besten Fall gefrorene Boden die Baum­fäl­lar­beit­en.
Die rechtlichen Rah­menbe­din­gun­gen für Fäl­lar­beit­en sind etwas kom­pliziert­er und kön­nen region­al sehr unter­schiedlich aus­fall­en. Es gilt grund­sät­zlich bei allen Fäl­lar­beit­en eine Fülle von unter­schiedlichen Regelun­gen zu beacht­en!

Für Deutsch­land hat der Bun­des­ge­set­zge­ber mit dem seit 1. März 2010 gel­tenden bun­de­sein­heitlichen Naturschutzge­setz Min­destschutzregelun­gen erlassen. So heißt es in § 39 Abs. 5 BNatSchG unter anderem:

Es ist ver­boten, Bäume, die außer­halb des Waldes, von Kurzumtrieb­s­plan­ta­gen oder gärt­ner­isch genutzten Grund­flächen ste­hen, Heck­en, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis 30 Sep­tem­ber abzuschnei­den oder auf den Stock zu set­zen oder zu beseit­i­gen […].“

Das heißt für mich?

Demzu­folge sind Baum­fäl­lar­beit­en in Gärten vom 1. März bis 30. Sep­tem­ber grund­sät­zlich nicht ver­boten! Den­noch gilt es vor jed­er Fäl­lung und zu jed­er Jahreszeit zu prüfen, ob abwe­ichende oder weit­erge­hende bun­desrechtliche bzw. lan­desrechtliche Schutzvorschriften am Stan­dort des Baumes gel­ten. Oben­drein sind, sofern vorhan­den, lokale Baum­schutzsatzun­gen zu berück­sichti­gen.
Bedeu­tende Beispiele für weit­erge­hende Schutzbes­tim­mungen sind nach § 28 BNatSchG geschützte Natur­denkmäler, nach § 29 BNatSchG beson­ders geschützte Land­schafts­be­standteile und die Zugriffsver­bote aus § 44 Abs.1 BNatSchG. Let­zter­er beschreibt den Schutz aller europäis­chen Voge­larten sowie beson­ders geschützter Wildtiere und Pflanzen. Der Schutz von Vögeln ist beson­ders häu­fig für Fäl­lar­beit­en zwis­chen März und Okto­ber von Bedeu­tung, da Vogelnester und Vogel­brut nicht gefährdet wer­den dür­fen.

Eben­so vielfältig wie die Naturschutzge­set­ze sind die geset­zlichen Aus­nah­men von den Naturschutzbes­tim­mungen. Diese dür­fen aber nach § 45 Abs. 7 Satz 1 BNatSchG nur im Einzelfall und von der zuständi­gen Behörde zuge­lassen wer­den. Als prax­is­rel­e­vant kann hier beispiel­sweise der Erhalt der Verkehrssicher­heit nach Auss­chluss zumut­bar­er Alter­na­tiv­en genan­nt wer­den.

Zusammenfassend bedeutet das:

Vor jed­er Fäl­lung sind, um die rechtliche Grund­lage zu klären, die Vorschriften des BNatSchG her­anzuziehen; im zweit­en Schritt ist anhand der jew­eili­gen lan­desrechtlichen Regelun­gen zu prüfen, ob weit­erge­hende und ergänzende Bes­tim­mungen erlassen wor­den sind und im let­zten Schritt sind abwe­ichende kom­mu­nale Satzun­gen wie Baum­schutzsatzun­gen zu berück­sichti­gen – sofern diese vorhan­den sind.

Gehen Sie daher bei der Baum­fäl­lung rechtlich kein Risiko ein und nutzen Sie unser Ange­bot ein­er kosten­losen Erst­ber­atung.

Quellen:
Arten­schutz und Baumpflege — ISBN 978–3‑87815–268‑2
Baumpflege im Jahresver­lauf — ISBN 978–3‑87815–267‑5
Bun­desnaturschutzge­setz 2 Auflage 2017 — ISBN 9781548325626